Broome Whale Watching (Australien Perth – Darwin 2015, Teil 10)

broome whale humpback buckelwal

Das Highlight unseres Aufenthalts in Broome: Buckelwale beobachten mit Broome Whale Watching!


Für den 5.August stand das Highlight unseres Aufenthalts in Broome auf dem Programm: eine Walsafari mit Broome Whale Watching.

Unterwegs in Broome

Die Bootstour sollte um 13:00 Uhr starten und so hatten wir am Vormittag noch viel Zeit, um in Broome etwas zu unternehmen. Als erstes fuhren wir wieder zum Golfplatz, um nochmals die Sandwallabies (engl. agile wallabies) zu beobachten. In den frühen Morgenstunden sind diese besonders aktiv, bevor sich die drückende Hitze des Tages entwickelt und sich die Tiere ins schattige Gebüsch zurückziehen. Irgendwann während des Vormittags, von einer Sekunde auf die andere, verließen die Wallabies auf einmal schlagartig den Rasen und verschwanden mit schnellen Sprüngen im umliegenden Gebüsch. Schnell war die Ursache erkannt: die Sprinkler-Anlage zur Bewässerung des Golfplatzes hatte sich eingeschaltet und die Beuteltiere gehörig erschreckt. Kurz darauf landete eine große Gruppe Stachelibisse (engl. straw-necked ibisses), die sich um die neu entstandenen Wasserpfützen zum Trinken versammelte. Der Golfplatz mit seiner Bewässerung ist ein großer Anziehungspunkt für Tiere aller Art und so ist dort immer etwas los. Neben den Sandwallabies und Ibissen sichteten wir auch einen Blauflügel-Kookaburra, Schwarzmilane, Friedenstäubchen, Galahs, Rotflügelsittiche und allerlei kleine Singvögel.

broome sandwallaby agile golf

Sandwallaby auf dem Golfplatz

broome ibis stachelibis golf

Stachelibisse

Danach blieb noch Zeit, um den Redell Beach am südöstlichen Rand der Halbinsel, gleich hinter Gantheaume Point, zu erkunden. Dieser menschenleere Naturstrand mit seinem rötlichen Sand und durchsetzt von großen Felsbrocken aus Sandstein, stellt mit seiner Schönheit den allseits bekannten und beliebten Cable Beach eindeutig in den Schatten.

broome redell beach strand

Redell Beach

Auf Walsafari mit Broome Whale Watching

Gegen 12:30 Uhr fanden wir uns am Cable Beach in der Nähe von Gantheaume Point ein. Bald darauf wurden wir vom Kapitän mit einem kurios anmutenden Sealegs Amphibienfahrzeug vom Strand zum Schiff gebracht. Auf der Yacht mit dem Namen Tradewind 3 finden ungefähr 40 Passagiere Platz.

sealegs amphibienfahrzeug amphibious

Mit dem Amphibienfahrzeug wird man an Bord der Yacht gebracht

Broome Whale Watching bietet bereits seit über 15 Jahren Whale-Watching-Touren in Broome an und ist damit der am längsten operierende Anbieter vor Ort. Während der Buckelwal-Saison von Juli bis Oktober sticht die Tradewind 3 fast jeden Tag in See und verspricht dabei eine Walsichtungs-Garantie. Für die 4,5 Stunden lange Fahrt inklusive gratis Wasser und kleinen Snacks zahlten wir 140$ pro Person. Ob es diese Summe wert ist? Unserer Meinung nach definitiv!

Wir suchte uns einen Platz auf dem großen Sonnendeck hinter dem Bug. Als alle Passagiere mit dem Amphibienfahrzeug an Bord gebracht worden waren, legte die Yacht pünktlich um 13:00 Uhr vom Cable Beach ab. Whale-Watching in Broome ist im Gegensatz zu ähnlichen Bootsfahrten, beispielsweise in Norwegen oder Kanada, generell eine sehr komfortable Angelegenheit. Broome liegt an der Grenze zu den Tropen und genießt im australischen Winter sehr konstante Wetterverhältnisse von ca. 30°C bei wolkenfreiem Himmel. Das türkisblaue Meer ist ruhig und extrem flach und wird auch Kilometer vor der Küste nicht tiefer als 10 Meter. Man muss also nicht mit Seekrankheit und ähnlichen Übeln, mit denen Whale-Watching-Touren häufig verbunden sind, rechnen.

In den Gewässern vor Broome halten sich in der Walsaison bis zu 35000 Buckelwale auf, die auf ihrer Wanderroute auch das Ningaloo Reef passieren. Und tatsächlich, schon ungefähr 900 Meter von der Küste entfernt trafen wir auf die ersten Buckelwale, unverkennbar an ihrem Blas, der meterweit gen Himmel geschleudert wird. Schnell wurde klar, hier schwimmt nicht nur ein Wal, sondern gleich eine ganze Gruppe von drei männlichen Buckelwalen. Der Kapitän erklärte, dass es sich bei den Walen noch um jugendliche Tiere handelt, die in kleinen Gruppen vor Broome gewissermaßen „abhängen“. Ein Buckelwal erreicht erst mit etwa 15 Jahren seine maximale Größe von 12 bis 15 Metern.

broome whale watching buckelwal

Ein Buckelwal taucht auf

Die drei Wale zeigten sich interessiert an dem Boot und tauchten mehrfach mit dem Kopf aus dem Wasser, um sich einen Überblick zu verschaffen. Sie tauchten auch einige Male unter der Yacht hindurch. Es ist das beste, was auf einer Whale-Watching-Tour passieren kann, wenn die Tiere derart aufgeschlossen sind.

broome whale watching buckelwale

Zwei Buckelwale

Irgendwann entschloss sich einer der jungen Buckelwale, seinen Beobachtern eine besondere Vorstellung zu bieten und sprang gleich zwei Mal hintereinander spektakulär aus dem Wasser, nur wenige Meter vom Boot entfernt. Dabei katapultierte der Wal über die Hälfte seines tonnenschweren Körpers aus dem Wasser, um dann mit einem gigantischen Platscher auf die Wasseroberfläche aufzuschlagen. Deutlich konnte man dabei die vielen Seepocken auf seiner strahlend weißen Körperunterseite erkennen.

broome whale watching breaching

Unglücklicherweise war die Entfernung des Wals für mein Objektiv schon zu gering, sodass ich ihn nicht ganz auf das Foto bekam. Während der restlichen Fahrt wechselte ich immer wieder meine Objektive, mal das große 150-500mm-Tele und dann wieder das Kürzere mit 70-210mm Brennweite, um bei Gelegenheit ein noch besseres Foto von einem springenden Wal zu schießen. Aber wie der Zufall es wollte, blieb der Sprung des jungen Wals der einzige auf dieser Tour.

Irgendwann verloren die drei Buckelwale das Interesse an der Tradewind 3 und tauchten ab. Die Yacht nahm wieder Fahrt auf. Im Laufe des Nachmittags wurden immer wieder Buckelwale gesichtet und angesteuert. Die meisten Wale blieben aber weitestgehend unbeeindruckt von dem Boot und tauchten allenfalls ein- bis zweimal darunter hindurch, ehe sie wieder das Weite suchten. Dennoch war es immer wieder beeindruckend, diese faszinierende Tiere so dicht neben dem Boot auftauchen zu sehen.

broome whale watching

Schwanzflosse eines abtauchenden Wals

Während der 4,5-stündigen Fahrt befand sich die Yacht nie weiter als ein paar Kilometer von der Küste entfernt. Die Anzahl der Wale in diesem kleinen Gebiet ist erstaunlich und so dauerte die Suche nach weiteren Walen nie lange. Gegen Ende der Fahrt wurde sogar eine Walmutter mit Kalb gesichtet, die in typischer Buckelwal-Manier mit einem ihrer langen Flipper (Vorderflossen) nahezu synchron auf die Wasseroberfläche schlugen. Als das Boot sich auf etwa 100 Meter genähert hatte, überlegten sie es sich jedoch anders und beendeten das Spektakel.

Als die Tradewind 3 um 17:30 Uhr wieder den Cable Beach ansteuerte, war die Sonne schon am Untergehen. Als Abschluss der Tour genossen wir vom Deck aus den Ausblick auf das in tiefes Abendrot getauchte, fast spiegelglatte Meer vor Broome.

sunset broome whale watching

broome sunset sonnenuntergang

Sonnenuntergang auf dem Meer vor Broome

 


 

Weitere Beiträge aus meinem Reisebericht „Australien 2015 – Von Perth nach Darwin“:

Teil 1 : Beginn der Reise in Perth

Teil 2: Von Yanchep bis zum Kalbarri Nationalpark

Teil 3: Von Kalbarri über die Shark Bay nach Exmouth

Teil 4: Im Cape Range Nationalpark

Teil 5: Schnorcheln am Ningaloo Reef

Teil 6: Unterwegs im Outback

Teil 7: Im Karijini-Nationalpark

Teil 8: Fahrt nach Broome mit Halt am Eighty Mile Beach

Teil 9: Ankunft in Broome

Teil 11: Broome – Dinosaurierspuren und der Cable Beach

 

Meine Buch-Empfehlung für alle, die von Perth nach Darwin reisen wollen:

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