Fahrt Richtung Broome mit Halt am Eighty Mile Beach (Australien Perth – Darwin 2015, Teil 8)

eighty mile beach australia

Der Eighty Mile Beach und weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Weg vom Karijini Nationalpark nach Broome.


Auf dem Weg nach Broome

Nach unserem Besuch des Karijini Nationalparks war unser nächstes Ziel die Küstenstadt Broome, die mit ihren saisonal bis zu 30000 Einwohnern zu den größeren Städten Westaustraliens zählt. Broome markiert den Beginn der landschaftlich sehr sehenswerten Kimberley-Region im Nordwesten Australiens.

Um vom Karijini Nationalpark aus nach Broome zu gelangen, stand eine Fahretappe von 1000 km an. Wir planten einen Zwischenstopp am Eighty Mile Beach, einem Sandstrand, der mit offiziell 136 Meilen (220km) sogar noch länger ist, als sein Name angibt. Touristisch ist der Strand bis auf einen Campingplatz kaum erschlossen.

Eine Übersicht über diesen Streckenabschnitt:

Bis zum Eighty Mile Beach brauchten wir einen kompletten Fahrtag.

Für die Pausen während der Fahrt lohnt es sich, auf Rastplätzen in unmittelbarer Nähe zu einem der wenigen Flüsse anzuhalten. Dort hat man die Möglichkeit, eine Vielzahl an Vogelarten zu beobachten, wie zum Beispiel Little Corellas, Blauflügel-Kookaburras, Friedenstäubchen, Rabenkakadus, verschiedene Honigfresser, Finken und Wasservögel.

Vor allem die Corellas (dt. Nacktaugenkakadus) sind nicht schwer zu entdecken. Sie treten meist in großen Gruppen auf und verbringen den Tag auf den schattigen Ästen hoher Bäume. Ihr lautes Geschrei ist schon aus großer Entfernung deutlich vernehmbar.

 

bluewinged kookaburra

Ein Blauflügelkookaburra

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Corella-Paar

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Pelikane, Löffler und Reiher auf einer Sandbank im Fluss

Der Streckenabschnitt befindet sich auch im Verbreitungsgebiet der Wellensittiche (engl. budgerigars). Wie es der Zufall wollte, parkten wir bei einer Pause auf dem Rastplatz direkt unter einem Baum mit einer Wellensittich-Nisthöhle. So konnte ich in Ruhe einen der scheuen Vögel fotografieren. Wenn sie nicht gerade an ihrem Nest bauen sind Wellensittiche äußerst schwer zu beobachten. Wie kleine grüne Pfeile schießen sie in großen Schwärmen durch die Luft und sind dabei mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

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Ein Wellensittich in seiner Nisthöhle

Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir am 2.August die Zufahrtsstraße zum Eighty Mile Beach Caravan Park. Doch anstatt direkt weiter zum Campingplatz zu fahren, verbrachten wir die Nacht auf einem nahegelegenen Highway-Parkplatz. Ironischerweise hat man dort viel mehr Ruhe als auf dem Campingplatz. Wenn der letzte Roadtrain vorbeigezogen ist, ist der Küstenhighway Richtung Broome wie ausgestorben. Es herrscht dann eine Stille, wie man sie in Deutschland nahezu nirgendwo mehr findet. Schon gar nicht an einer Straße. Aus diesem Grund übernachteten wir während unserer Reise sehr oft auf einfachen Parkplätzen, irgendwo im nirgendwo… der Highway als einziges Zeugnis der Zivilisation und hunderte Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt.

Eighty Mile Beach

Der Eighty Mile Beach besticht vor allem durch seine Farben und die endlose Weite. Zum Baden und Schwimmen ist er eher ungeeignet, da sich im flachen Uferbereich Stachelrochen aufhalten sollen. Das durch aufgewirbelten Sand trübe Wasser ist auch wenig einladend. Umso schöner sind die Farbkontraste, die sich aus dem hellgrauen Sand, dem milchig-türkisen Wasser und dem tiefblauen, wolkenlosen Himmel Westaustraliens ergeben. Ein Polfilter verstärkt diesen Effekt noch, wie die folgenden Bilder zeigen.

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Der Eighty Mile Beach in der Nähe des Caravan Parks

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Brandung am Eighty Mile Beach

Die Australier nutzen den Eighty Mile Beach vornehmlich zum Angeln und Spazierengehen oder fahren mit ihren Pickups darauf herum. Ausserdem kann man allerlei Muscheln sammeln.

Von großer Bedeutung ist der Strand für eine Vielzahl an Watvögeln, die hier einen von Menschen noch weitestgehend unberührten Rastplatz auf ihren Flugwanderungen vorfinden.

Für Reisende auf dem Weg nach Broome lohnt sich der Abstecher auf jeden Fall. Die Zufahrt zum Eighty Mile Beach Caravan Park ist während der 1000 km langen Fahrt eine der wenigen Möglichkeit, das Meer zu erreichen. Zumindest für alle, die kein Allradfahrzeug besitzen. Alternative Zugänge zum Strand sind die Barn Hill Station ca. 120 km vor Broome sowie Cape Keraudren (10$ Zutrittsgebühr).

Bevor wir zurück zum Highway fuhren, fotografierte ich noch ein paar Maskenkiebitze (engl. masked lapwings). Diese interessanten Vögel mit ihren skurril anmutenden, gelben Hautlappen im Gesicht hatten wir bereits in Neuseeland des öfteren angetroffen. Über dem trockenen Grasland kreisten zudem dutzende Schwarzmilane (engl. black kites). Diese Greifvögel sind typisch  für den Nordwesten und Norden Australiens und bevölkern dort oft zu Hunderten die Lüfte.

Masked Lapwing

Maskenkiebitze in der Nähe des Eighty Mile Beach Caravan Park

Nach unserem Zwischenstopp am Eighty Mile Beach fuhren wir weiter den Küstenhighway entlang durch die extrem trockene und karge Landschaft. Nicht einmal mehr Büsche gibt es in diesem Streckenabschnitt. Es handelt sich um Ausläufer der Großen Sandwüste (engl. Great Sandy Desert) die hier bis an den Ozean heranreichen.

Gegen Abend erreichten wir schließlich unser Ziel, einen Parkplatz kurz vor Broome. Im Bereich der Küstenstadt wollten wir uns die nächsten Tage aufhalten. Mehr dazu in Teil 9 des Reiseberichts.

 


Weitere Beiträge aus meinem Reisebericht „Australien 2015 – Von Perth nach Darwin“:

Teil 1 : Beginn der Reise in Perth

Teil 2: Von Yanchep bis zum Kalbarri Nationalpark

Teil 3: Von Kalbarri über die Shark Bay nach Exmouth

Teil 4: Im Cape Range Nationalpark

Teil 5: Schnorcheln am Ningaloo Reef

Teil 6: Unterwegs im Outback

Teil 7: Im Karijini-Nationalpark

Teil 9: Ankunft in Broome

Teil 10: Broome Whale Watching

Teil 11: Broome – Dinosaurierspuren und der Cable Beach

 

Meine Buch-Empfehlung für alle, die von Perth nach Darwin reisen wollen:

 

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